Motorcycling: Cars


Overview

Ausgewählte Begegnungen mit Autofahrern
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Ausgewählte Begegnungen mit Autofahrern

Der nachfolgende Text ist (wie schon der vorhergehende) betont subjektiv gehalten. Ich habe mir ein paar Sachen von der Seele geschrieben!
Die Anordnung ist nicht chronologisch geordnet.

Weimar

irgendwo bei Weimar, Autobahn
zwei Fahrbahnen werden zusammengeführt zu einer einzigen
vor mir ein Lastwagen
Ich habe nicht mehr vor zu überholen; der Lastwagenfahrer zieht aber erst dann herein, als er mit seinem Anhänger wohl eine der Markierungsbaken umgefegt hat.
Das nenne ich "Rücksicht"!

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Schattenring, Stuttgart

Kreisverkehr
Ich hänge mit den erlaubten 50 km/h oder ein bißchen schneller in der Kurve.
Beim Blick nach vorne erkenne ich einen PKW, der mir im Rückwärtsgang entgegenkommt: Er hat seine Abfahrt verpaßt und wollte keine weitere Runde mehr drehen.

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Feldberg #1

Ein Kommilitone (BMW-Fahrer) äußert sich äußerst beglückt darüber, daß ich einen Organspender-Aufkleber auf dem topcase trage. Das sei konsequent.
Ich hoffe, daß unsere Gewebeproben im Not- und Bedarfsfall unverträglich sind.

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Feldberg #2

auf dem Weg zum Feldberg (Uni-Seminar)
merkwürdige Fahrbahnkonstellation: links eine Schnell- oder Landstraße, in der Mitte eine Beschleunigungsspur, und rechts ein Parkplatz
werde von einer Frau, die von links her kommend über meine Beschleunigungsspur hinweg nach rechts kreuzt und dabei verzögert, aus meiner starken Beschleunigung heraus äußerst böse zu einer Notbremsung gezwungen
Ich bedanke mich beim ABS; der nachfolgende Kumpel hat Mühe, nicht auf mich aufzufahren.

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Vaihingen, Ortseinfahrt

zweispurige Straße von Stuttgart-Heslach nach Stuttgart-Vaihingen
Ich werde von einem Mercedes-Transporter auf der linken Spur mit überhöhter Geschwindigkeit überholt. Als unmittelbar darauf dessen vorausfahrendes Fahrzeug rechtwinkling nach links abbiegt und hierzu stark abbremst, entscheidet sich der Transporterfahrer, mir den schwarzen Peter zuzuschieben und zieht hart bremsend nach rechts zurück. Das kommt so unerwartet für mich, daß ich (zum Glück) das Bremsen vergesse und zwischen Metallwand und Fahrbahnrand grade noch durchzische.

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Vaihingen, Campus

Verkehrsinsel, rechts davon eine Links- und eine Rechtsabbiegerspur
Vor mir blinkt eine Frau nach rechts und ordnet sich rechts ein. Als ich gerade dabei bin, sie links zu passieren und links abzubiegen, macht sie eine 180 Grad-Wende um mich herum. Ich bin bei der regennassen Fahrbahn froh über mein ABS. (Zeugen: Sozius und nachfolgendes Motorrad)

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Kempten

irgendwo bei Kempten, spät in der Nacht
Mit Sozia nähern wir uns einer Verkehrsinsel; rechts davon eine Links- und eine Rechtsabbiegerspur.
Ich biege rechts ab, weil's da zur Autobahn geht.
Wäre ich links abgebogen, wären wir frontal auf ein entgegenkommendes Auto geprallt, das die falsche Seite der Verkehrsinsel erwischt hat.

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Vaihingen, Ortsmitte #1

Stuttgart-Vaihingen
die vorfahrtsberechtigte Straße schlängelt sich in einer S-Kurve
in der Mitte des S: eine Kreuzung mit Vorfahrts- und Stopschildern

Ein schleichend kreuzendes Fahrzeug nimmt mir die Vorfahrt, was ich erst sehr spät erkenne. Ausweichen geht nicht. Ich sehe nur noch Metall und glaube fest an einen Aufprall. "Das war's dann."
Die Vollbremsung endet wenige Zentimeter vor der Bordsteinkante und einem dahinterliegenden Holzzaun; Einlenken wäre wegen der tief eingesunkenen Vorderradfederung nicht mehr möglich gewesen.
Zitternd stehe ich da und werfe einen Blick Richtung Autofahrer. Warnblinkanlage einschalten, langsam vom fünften in den ersten Gang runterschalten, Adrenalin abbauen.

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A8 kurz vor Stuttgart #1

Autobahn, tagsüber
Ich habe mindestens einen neuen Reifen aufziehen lassen, alle drei Bremsbelag-Sätze neu eingesetzt und Zuladung.
Vor mir leuchten die Bremslichter auf. Irgendwie ahne ich, daß Bremsen hier falsch wäre — selbst wenn ich es schaffen würde, würde ich nur als Prellbock für die Nachfolgenden dumm im Weg rumstehen.
Ich kippe die Maschine intuitiv auf die rechte Spur ab und rase durch einen Nebel von abradierten Reifen; ich rieche verbrannten Gummi; zwei Autos sind nach rechts auf die Standspur rausgerutscht.

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A8 kurz vor Stuttgart #2

Autobahn, nachts
befinde mich mit minimaler Zuladung im Landeanflug aufs Autobahnkreuz Stuttgart:
Gas am Anschlag, nahezu maximale Drehzahl — irgendwo zwischen 160 und 200 km/h — keine formale Geschwindigkeitsbegrenzung
bin auf der linken von drei Spuren, Linksblinker vorsichtshalber gesetzt
freie Sicht nach vorne

Aus einer Beschleunigungsspur kommen mehrere Autos. Eins davon wechselt sofort über alle Spuren hinweg ganz nach links. Ich kann nicht mehr ausweichen — links Leitplanke, rechts reihenweise kriechende Autos — und ahne einen katastrophalen Aufprall ... geschätztes delta-v zwischen 50 und 90 km/h. Adrenalin.

Ich halte mich fest und bremse wie doof, und der Autofahrer erkennt seinen Fehler und zieht "impact minus one" zurück.

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Feuersee, Stuttgart

Fahre als erster in der Reihe bei grüner Ampel los und will die Kreuzung überqueren. Plötzlich höre ich quietschende Reifen von rechts und bremse unbewußt auf dem Hinterrad.
Ein Auto schliddert in einem 90 Grad-Bogen um mich herum. Eine halbe Sekunde Differenz, und es hätte mir eine volle Breitseite verpaßt.

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Saint Tropez

irgendwo bei St. Tropez
Ich will nachts auf einer engen Straße mit einem völlig zugeladenen Motorrad (jenseits der 300 kg) einen alten Daimler überholen.
Weil der Tankrucksack zu hoch gebaut ist, kann ich die Ganganzeige nicht einsehen. Ich komme versehentlich in den ersten statt in den zweiten Gang. Auf Höhe der Fahrertüre lege ich zweimal einen gewaltigen wheelie hin, bevor ich das bemerke.

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Genua

auf dem Weg nach Genua

auf der Höhe von Monaco:
Ein Kamikaze-Auto kommt aus einer äußerst uneinsichtigen (und tiefergelegenen) Grundstücksausfahrt gefahren. Ich bremse intuitiv exakt in den letzten Millimeter hinter der Stoßstange.

eine Stunde später:
Ich komme zügig aus einer Linkskurve und richte gerade die Maschine wieder auf, als ich bemerken muß, daß sich mir zwei Autos (nebeneinander!) frontal nähern. Ein Blick nach rechts fällt tief hinab aufs Mittelmeer — Steilküste, links ansteigende Böschung und Gebüsch.
Ich ziehe die Maschine an den äußersten rechten Fahrbahnrand, wo meistens die Kieselsteinchen liegen und der in Italien öfters ausgefranst-abgebröckelt ist, und bremse.

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Corsica

Corsica
Im nachmittäglichen Verkehr will ich einen Langholztransporter überholen, den sich ansonsten keiner zu überholen getraut — eins von wohl über hundert Fahrzeugen, die ich auf dieser Insel plattgemacht habe.
Ich unterschätze meine Zuladung und schalte zu wenig weit herunter. Auf halber Strecke bemerke ich, daß ich Gegenverkehr habe; weder bremsen noch Gasgeben scheinen angebracht zu sein.
Der Entgegenkommende bremst ab und zieht nach außen.

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Lac de Madine

beim Lac de Madine, Frankreich
Umleitung über Feldwege
Vor mir schleichen mehrere Autos mit zehn bis 15 km/h. Ich kann die Maschine mit ihren 250 kg bei der Geschwindigkeit und dem Untergrund kaum halten.
Mit wildem Hupen scheuche ich sie beiseite und drehe Faktor zwei, drei, vier auf.

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Vaihingen, Ortsmitte #2

Stuttgart-Vaihingen
bin auf dem Weg zur mündlichen Theorieprüfung in Informatik (erster Anlauf) und ziemlich nervös
will eine Autoschlange vor einer Ampel links auf einer gedacht-freien Spur passieren, um mich ganz nach vorne zu setzen
Ich beschleunige.
Plötzlich wird mir klar, daß da eigentlich auch Autos stehen — weniger, aber immerhin. Das vorabendliche "Bier zur guten Nacht" schränkt meine Feinmechanik zu sehr ein: Ich überbremse; das ABS spricht an; mir wird klar, daß der Bremsweg nicht reichen wird.
Wie ein Känguruh hüpfe ich mit der Maschine zentimetergenau und etwa zwei Meter tief in die Fluchtlücke zwischen den beiden Autoschlangen.

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Donautal

irgendwo im Donautal oder sonstwo
Erntezeit
kleine kurvenreiche Sträßchen, erhöhte Geschwindigkeit
Im vorletzten Augenblick erkenne ich einen Mähdrescher, der mir entgegenkommt und beide Fahrspuren in beinahe vollster Breite beansprucht — ohne vorausfahrendes warnendes Fahrzeug. Ich halte erstmal erstaunt an.

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Bonifacio

Bonifacio, Corsica
In mittäglicher Hitzeglut schwitzen die Touristen die langgezogene Treppe zur Zitadelle und Altstadt auf dem Felsen hinauf, der 60 m über dem Meer ruht.
Ich sehe einen Endurofahrer, der sich den Weg durchs Gewimmel bahnt. Genaugenommen sehe ich kein Verkehrsschild — man könnte das ja auch für eine Straße halten (in der Tat — Reiseführer: "Treppenstraße") ... also hopple ich vorsichtig hinterher: eine Richtung hoch, um die Kurve, den restlichen Weg hoch, über die brüchig aussehende Holzbrücke und durch den Wachturm. Dann hat mich die eigentliche Straße wieder. Ich freue mich. Das macht doch nicht jeder!
Plötzlich höre ich es hinter mir boxern. Ein Porsche mit ähnlich geringer Bodenfreiheit hat den selben Weg genommen; er rangiert zwei Minuten lang hin und her, dann hat auch er sich aus dem Wachturm befreit und steht neben mir.

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Stuttgart #1

Ich hänge in einer zuziehend gekrümmten Kurve vor einer Unterführung, massive Steinwand voraus.
Ein Daimler nimmt mir, aus einer Einmündung kommend, die Vorfahrt.
Ich starte eine Huporgie und setze mich vor ihn, aber der Fahrer läßt sich nicht beim Telefonieren stören.

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Stuttgart #2

vor dem Hauptbahnhof
Ich will vom Arnulf-Klett-Platz aus in den Verkehr einfädeln. Verbotenerweise mache ich das ohne die Einfädelspur, und zwar durch Start aus dem Stand und Überkreuzung einer Busspur; Warnblinkanlage ist eingeschaltet, weil ich das als ein bißchen riskant ansehe, wenngleich die ganze Aktion nur zwei bis drei Sekunden dauern wird — zeitkritisch!
Ich sehe die Fahrbahnen ein; ein Auto lasse ich passieren, dann ist nur noch in großer Entfernung ein LKW zu sehen. Ich starte: Gas, Kupplung, über die Busspur drüber und auf die eigentliche Fahrbahn
Ein Schlag trifft mich von links; mein linker Fuß wird nach hinten gerissen; die Maschine wird nach rechts zurückgekickt. Verwundert halte ich an; auch ein Auto hält hinter mir:
Die Fahrerin hat im selben Moment die Fahrspur gewechselt, als ich losgefahren bin — im Grunde bin ich schuld; ich hätte hier nicht einfahren dürfen. Sie hat mich an der linken Soziusfußraste erwischt und diese nach vorne gebogen; mein linker Fuß war davor kurze Zeit in ihrem Radkasten! — Die Fußraste läßt sich leicht zurückbiegen; der Dame ist der kleine Lackschaden am Radkasten egal.
"Ich bin froh, Sie nicht auf dem Gewissen zu haben."

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Stuttgart #3

Stuttgart, Nähe Hauptbahnhof
An einer Ampel stehend bemerke ich, daß mein Nachbar in der anderen Reihe seine Türe nicht ganz geschlossen hat. ... Ich klopfe an.
Er erschrickt höllisch und will mir sofort den Weg zum Flughafen erklären ...

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Frankreich

irgendwo in Frankreich (grob zwischen Perpignan und Valence), Heimweg
hunderte von Kilometern pure Bilderkennung auf fabelhaften Nationalstraßen bei leicht überhöhter Geschwindigkeit
Wir überholen vollbeladen (50 l-Rucksack auf 110 l-Packsack auf 35 l-topcase auf Gepäckbrücke — ach Du heiliger Schwerpunkt!) und rasant einen ebenso vollbesetzen PKW. Im Passieren fällt mir auf, daß die linke hintere Türe nicht ganz geschlossen ist. Im Grunde ist es egal; ich versuche es trotzdem mit Handzeichen, was aber nichts bringt.
Plötzlich fährt das Auto auf einen steinigen Parkplatz nach rechts raus. Ich steige in die Bremsen, fahre auch rechts raus und wende.
Der Fahrer pinkelt ein paar Meter entfernt ins Gebüsch; als er zurückkommt, versuche ich es mit "Your rear door is not completely closed."; meine Begleitung spricht wie alle Franzosen auch kaum Englisch, kapiert aber schneller und steuert ein äquivalentes "... n'est pas fermée" bei.
Alle sind erstaunt ...

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Vaihingen, Campus #2

Vor mir kriecht eine Dame im Auto übers Unigelände.
Kurz vor der Abzweigung Richtung Allmandring scheint sie anhalten zu wollen. Ich schaue über die Schulter, setze den Blinker, beschleunige und überhole.
Als ich parallel zu ihr bin, biegt sie links ab. Irgendwie schaffe ich es, das selbe zu tun.

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Vaihingen, Stadtmitte #3

Stuttgart-Vaihingen
irgendein März, beginnender Tröpfelregen, um die Null Grad
Beim Verlassen des HL-Marktes beim Bahnhof stelle ich fest, daß ein zuliefernder LKW mit Anhänger wegen eines falsch geparkten Daimlers feststeckt und meine Maschine, die direkt vor dem Eingang abgestellt ist, völlig einkastelt. Der LKW-Fahrer will wegen des Beschädigungsrisikos am Daimler nicht mehr zurücksetzen und läßt ihn stattdessen lieber ausrufen. Das dauert.

Ich warte fünf Minuten, dann schiebe ich die Maschine durch den HL-Haupteingang, am Zeitschriftenstand vorbei, passiere eine protestierende Hausfrau mit ihrem Einkaufswagen ("Hier dürfen Sie aber nicht mit dem Motorrad herein!"), biege links ab, an der Bäckerei vorbei und komme hinten am Foyer des Bürokomplexes wieder auf die Industriestraße.

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Südfrankreich

irgendwo in Südfrankreich
An einer Tankstelle wundert sich ein besorgter Autofahrer, daß mein Kumpel und ich unsere Maschinen mit sans plomb (bleifreiem Benzin) vollmachen. Ich bin der Sprache nicht ganz mächtig und versuche es mit der Wortschöpfung "catalysateur", aber er versteht nicht.

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Rimini

Campingplatz in Rimini, Italien
Ich vermute, daß meine Bremsbeläge einseitig heruntergefahren sind. Von einem Nachbarn leihe ich mir mit irgendwelchen Klopf-Gesten (non parlo italiano) einen Hammer, um die Bolzen, an denen die Beläge hängen, herauszukriegen. Der Mann ist freundlich und will helfen; als er aber erkennt, daß ich keine neuen Beläge einsetzen will, sondern nur die seitenmäßige Ausrichtung der alten vertausche, ist er völlig entsetzt. Damit will er nichts zu tun haben. Er läuft weg.

zwei Monate später:
Campingplatz in Perpignan, Frankreich/Spanien
Zwischenzeitlich mußte ich die heruntergefahrenen Beläge komplett durch neue ersetzen, mit denen ich u. a. die Talfahrt vom Stilfser Joch (über 2 700 m) und diverse andere 2 000 m-Pässe gebremst habe. ... Ich überprüfe die Belagstärke: Diesmal sind sie gleichmäßig abgenutzt.

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Stuttgart #4

nachts nach einem Kneipenbesuch
Ich fahre alkoholisiert über eine Ampel, von der ich nur halb glaube, daß sie grün gewesen sein könnte — als ich geschaut habe, bin ich grade über eine Bodenwelle gefahren, und das hat so unangenehm gewackelt. Ich bin zu faul für den zweiten Blick.

Offensichtlich war sie für mich rot: Ein gerade losfahrendes, kreuzendes Auto hupt mich an.

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Vaihingen, Ortsmitte #4

kurz vor dem Rathaus
Ein Auto kommt von rechts aus dem Parkhaus und will mir entgegenkommend in die Straße einbiegen.
Die Vorfahrt liegt formal bei mir, aber an der Stelle wurde ich schon öfters ignoriert.

Ich bremse wie ein Idiot ... es reicht nicht ... und weiche sogar noch nach links aus ... es reicht nur, weil die Dame — mittlerweile quer über die Straße stehend — doch noch in die Eisen gestiegen ist. Vor ihrem Kühlergrill stehend versuche ich, wieder runter in den ersten Gang zu kommen. Eigentlich sollte ich ihr zuerst die Türe eintreten.

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Stuttgart #5

Marienplatz, Stuttgart
kurz nach dem Heslacher Tunnel, Fahrtrichtung Hauptbahnhof
Nacht, leichter Regen, regennasse Fahrbahn, geschlossenes, nasses Helmvisier, Regenkombi
Ich bin ausgeschlafen und frei von Alkohol.
Die Straße biegt sich zweispurig leicht nach rechts; danach kommt eine Ampelanlage.

Der Verkehr auf meiner rechten Spur verzögert sich; deshalb will ich die Fahrspur nach links (da sieht's besser aus) wechseln: Ich schaue zurück — frei —, setze den Blinker und ziehe raus. Es kracht, und ich weiß als nächstes nur noch, wie ich neben der am Boden liegenden Maschine stehe.

Ich schalte erstmal die Warnblinkanlage an, verscheuche alle hilfsbereiten Leute, löse die Seitenkoffer und den Tankrucksack und richte dann die Maschine wieder auf, um sie auf den Gehweg zu stellen.

Ich habe im Passieren mit meinem rechten Motorschutzbügel den vor mir fahrenden 190er Mercedes gestreift; der Verkehr hat noch schneller verzögert als angenommen — meine Schuld.

Mein rechter Blinker baumelt wieder mal runter, aber der ist mit einem Kreuzschlitzschraubenzieher gleich wieder fixiert. Mit meiner kleinen bis 150 m wasserdichten UKE-Taschenlampe schauen wir den Mercedes an: Stoßfänger hinten links aufgeschrubbelt; später stellt sich heraus, daß auch die Rückleuchte beschädigt ist; inklusive Arbeitsaufwand wird sich die Rechnung auf 542 DM belaufen, den meine Versicherung (bin zwischenzeitlich bei etwa 45 Prozent) übernimmt (Prämienverteuerung dadurch um 75 DM).

Mein Schaden beläuft sich auf kaum sichtbare Kratz-/Abriebspuren vorne rechts am Lack (ließe sich als Einzelteil wohl leicht nachlackieren, sieht aber eh' aus wie Schmutzflecken) und ein kaputtes Blinkerbirnchen, das ich in meiner Lampensammlung auf Vorrat dabei habe. Der Motorschutzbügel ist nicht aus der Verankerung gerissen worden. Die Vorderradgabel hat offenbar nichts abgekriegt — das hätte ansonsten vielleicht ein Totalschaden sein können.

Meine Regenkombi ist nicht eingerissen; ich bin auch unversehrt — noch nichtmal ein blauer Fleck, kein Kratzer, nichts.

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Vaihingen, Ortsmitte #5

kurz nach dem Rathaus
zwei Spuren: eine Linksabbiegerspur mit einem Kastenwagen, ich parallel dazu auf der Geradeaus-/Rechtsabbiegerspur

Der Kastenwagen fährt überraschenderweise stur geradeaus in die Fahrbahnverengung. Für mich ist da kein Platz mehr; bevor ich zwischen Metallwand und Bordsteinkante abkippen würde, lege ich eine Vollbremsung hin.

An der nächsten Ampel unterdrücke ich meine Aggressionen und klopfe mit verbissenem Gesicht an; ich konnte mich nicht zwischen Türe eintreten oder Spiegel abschlagen entscheiden. Als die Fahrerin völlig ahnungslos die Scheibe runterkurbelt, erzähle ich ihr von meinem Antiblockiersystem; ich schreie sie noch nichtmal an. Sie schaut trotzdem entsetzt.

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Stuttgart-Heslach

nachts, nach 22 Uhr
Vor dem Heslacher Tunnel (Richtung Stuttgart) befindet sich eine Baustelle; die Fahrbahnführung ist leicht geändert: statt Fahrbahnverengung nach rechts nunmehr nach links über eine ehemalige Sperrfläche hinweg; rechts sind Barrikaden aus Beton aufgebaut.
Gerhard läßt es sich nicht nehmen, ein bißchen offroad zu fahren; ich versuche derweil, meine 250 kg auf dem schottrigen Untergrund irgendwie zu wenden.
Gerhard steht schon wieder vorne neben der Straße, während ich vorsichtig hinterherhoppeln will. Ich höre ein verdächtiges Krachen und befürchte einen Unfall beim Einfahren, aber Gerhard steht noch immer da.

Ein Autofahrer hatte keine Peilung und ist einige wenige Meter von Gerhard entfernt streifend an die Barrikaden gefahren; dabei hat er eine rot-weiße Kunststoff-Markierungsbake samt deren leuchtender Markierungslampe zerfetzt; die Teile liegen verstreut auf der Straße.

Ohne anzuhalten fährt er/sie weiter; er dürfte schwerlich erkannt haben, was/wen er eventuell umgefahren hätte; daß da aber Leute waren, konnte er an unseren Scheinwerfern erkennen.